Die Fundschichten Fundschichten A 2 und A 3 (Menschenart: Neandertaler und evtl moderne Menschen): Die Schichten A 2 und A 3 sind “umgelagerte” Fundschichten der letzten Eiszeit, d.h. die Arte- fakte wurden nicht an ihrem ursprünglichen Platz gefunden. Vermutlich haben Abspülungsvor- gänge die Siedlungsplätze der letzten Eiszeit zerstört und die Artefakte über größere Distanzen verlagert. Durch die Umlagerungsvorgänge wurden die Kanten der Artefakte abgerundet. Zudem wurden sie durch chemische Einflüsse im Löss bläulich-weiß patiniert.   Rechts ist ein Faustkeil aus der Fundschicht A 3 abgebildet, der aus einem gelblichen Quarzit, vermutlich vom Liedberg, gefertigt wurde. Nach der charakteristischen Form des “Moustérien de tradition acheuléenne” wird er als MTA-Faustkeil bezeichnet. Fundschicht B 1 (Menschenart: Neandertaler): In der wohl am besten erforschten Fundschicht B 1 wurden etwa 7.600 Artefakte gefunden, darunter Faustkeile, Keil- messer, Spitzen, Schaber und Klingen. Auch der bekannte Micoquien-Faustkeil von Rheindahlen (s. Foto unten rechts) stammt aus dieser Schicht. Die Besiedlungsstelle mit einer Größe von mindestens 8 ha weist darauf hin, dass sie über eine längere Periode wiederholt von den damaligen Menschen genutzt worden ist.                    Blick in eine Ausstellungsvitrine mit Funden aus B 1 Faustkeil von Rheindahlen Spitze Fundschicht B 3 (Menschenart: Frühe Neandertaler): Die Fundschicht B 3, die sich in der Ostecke der Grube befindet, erbrachte etwa 15.000 Artefakte, darunter retuschierte Spitzen mit konvexen Kanten, Schaber, retuschierte Abschläge, Klingen usw. Die Funde sind mit dem gleichzeitigen Fundinventar aus Weimar-Ehringsdorf vergleichbar. Spitzen Schaber Fundschicht B 5 (Menschenart: Homo Heidelbergensis, Beginn der Entwicklung zum Neandertaler): Von der Fundschicht B 5 konnte keine größere Konzentration erfasst werden. Sie lieferte jedoch einige schöne Spitzen, Klingen, einen großen Kern und einen Schlagstein.       Klinge Kern Klinge Fundschicht A 1 (Menschenart: Moderner Mensch): In dieser Schicht, die am Ende der Altsteinzeit liegt, wurden lediglich 2 Artefakte gefunden. Fundschicht C (Menschenart: Homo Heidelbergensis): In dieser im Jahre 1977 entdeckten Fundschicht wurden 3 Artefakte aus Quartz ergraben. Fundschicht D 1 (Menschenart: Homo Heidelbergensis):  Im Jahre 1965 wurde im untersten Bereich des Lösses ein ca. 2.5 kg schweres Gangquarzstück gefunden, das nicht aus der jüngeren Hauptterrasse, sondern aus dem östlichen Mittelgebirgsraum stammt. Es weist zwei artifizielle Spaltflächen   auf und ist als Artefakt anzusprechen. Aufgrund der Lage an der Basis des Staublehms ist von einem Alter von ca. 500.000 Jahren auszugehen. Damit gehört die Fundschicht D 1 in die Phase der frühen Besiedlung Mitteleuropas durch Homo Heidelbergensis. In den letzten Jahren sind aus der Fundschicht unmittelbar über bzw. aus dem Sand, der vom   Rhein auf der jüngeren Hauptterrasse abgelagert wurde, weitere Stücke aus Basalt, Quarz und Kalkstein gefunden worden, deren Artefaktcharakter derzeit diskutiert wird. Gangquarz aus D 1 Zum Seitenanfang